So weit weg: Mit der Kinderuni ins Weltall

Raketen-Experte Albrecht Weidermacher erklärt den kleinen Zuhörern, was alles im Weltraum passiert.

Kröpeliner-Tor-Vorstadt – Ein lautes Zischen – und schon rast die kleine Rakete durch den Hörsaal im Audimax. Die kleinen Gäste auf den Bänken machen große Augen. Bei der gestrigen Kinderuni, einer Aktion der OSTSEE–ZEITUNG und der Universität Rostock, hat Albrecht Weidermann alles über Satelliten und Raketen erzählt. Der Leiter des Schülerlabors am Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt kam dafür extra aus Neustrelitz in die Hansestadt.

Sie sehen aus wie Pilze, nur eben etwas größer: die Satelliten-Empfangsanlagen, mit denen der Weltraum-Experte jeden Tag arbeitet. „Damit können wir ganz viele Daten empfangen und nutzen“, sagt er. Die dazugehörigen Satelliten werden dafür in das All geschossen. Wie das geht? Ganz einfach: „Wir brauchen Raketen“, sagt Weidermann. Und diese werden dank Druck und Dampf beschleunigt. Dass man so etwas ganz simpel nachbauen kann, zeigte der Experte den kleinen Nachwuchsstudenten anhand eines einfachen Experiments, für das man nur einen aufgeblasenen Luftballon an einem Verschluss einer Spülmittel-Flasche braucht. Öffnet man diesen, kann die Luft entweichen und ein Antrieb entsteht. Schon bewegt sich der Ballon.

Gut gemerkt haben sich das die beiden Freunde Kjell und Lasse, beide sieben Jahre alt. „Ich habe aber eigentlich schon eine Spielzeugrakete zu Hause, und die kann auch fliegen“, erzählt Lasse. „Ich muss erst wieder die Tragflächen ankleben, sie sind nämlich abgebrochen.“ Ins Weltall wollen die beiden Jungs trotz aller Begeisterung aber nicht, denn beim Start könnte so einiges schief gehen, weiß Kjell.

Erfahrungen im Raketenbauen hat hingegen die sechsjährige Blanca aus Berlin. Mit ihrer Oma hat sie schon einmal einen Antrieb mithilfe von sprudelnden Magnesiumtabletten gebastelt. „Das war schön heute, vor allem die Experimente“, sagt sie. Wann immer das Mädchen Zeit hat, besucht es seine Oma in Rostock, und dann geht es zur Kinderuni.

Und welche Daten werden nun aus dem Weltall gesendet? „Das sind eine ganze Menge“, sagt Albrecht Weidermann. Neben Informationen über das Wetter gibt es auch Bilder von den Meeren. Darauf zu erkennen: der Schiffsverkehr und die Wellenbewegung. Auch Ölverschmutzungen, genaue Umrisse von Inseln und Überschwemmungen können erkannt werden, genauso wie Sandstürme und der Autoverkehr. Ganz neu und aktuell: Die Erstellung von 3D-Modellen der Erde. „Diese System wurde in Deutschland entwickelt und wird jetzt von der Nasa genutzt“, so Weidermann.

Bei der nächsten Kinderuni, die am 26. November stattfindet, wird Kornelia Röder aus dem staatlichen Museum Schwerin etwas über „Das Geheimnis eines Bildes“ erzählen. Auf eine besondere Veranstaltung können sich die Nachwuchsstudenten dann am 17. Dezember freuen. Der Rektor der Universität höchstpersönlich – Wolfgang Schareck – befasst sich dann mit der Frage: „Was ist denn Tradition?“


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Albrecht Weidermann erklärt den Kindern, wie man Raketen auch ganz einfach nachbauen kann. (Foto: Ove Arscholl)

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