Kinder-Uni verzauberte mit buntem Sonnenschein

Rostock (OZ) Bereits eine halbe Stunde vor Beginn der Kinder-Uni stürmen die Mädchen und Jungen aufgeregt den Campus in der Ulmenstraße. Sie wollten dringend wissen, warum der Himmel blau ist.

Auch wenn das gestern nicht der Fall war, sorgte Diplom-Meteorologe Ronald Eixmann im Audimax für bunten Sonnenschein.

„Meine Schwester hat mir mal erzählt, dass der Himmel eigentlich schwarz ist. Jetzt möchte ich wissen, wie der dann blau wird“, sagte der achtjährige Konstantin vor Beginn der Vorlesung. Ronald Eixmann von der Kühlungsborner Seewetterstation hatte sich auf solche Fragen bestens vorbereitet und konnte sie daher auch ohne Probleme beantworten.

„Das Sonnenlicht“, fängt er an — und prompt beginnen vier Scheinwerfer vor ihm zu leuchten, „enthält ganz viele Farben.“ Rote, blaue, grüne und gelbe Lichter flimmern daraufhin in die kleinen Gesichter. „Aber wenn sie alle zusammen strahlen, sieht das weiß aus“, sagt Eixmann und beweist es seinen Studenten, indem er alle Lampen gleichzeitig einschaltet. „Die Sonne ist also viel bunter, als man denkt, wir sehen das nur nicht“, stellt er fest. Die Farben würden in der Atmosphäre, der Luft, zerlegt — so wie von der Diskokugel, die das Licht in kleinen Punkten im Hörsaal verteilt. Dass der Himmel blau erscheint, komme daher, dass die Luft diese Farbe des Lichtes am meisten streue.

Doch nicht nur Sonne und blauen Himmel hat der 44 Jahre alte Meteorologe mitgebracht, sondern auch eine Wetterküche. Und mit der lässt er es regnen. Indem er Wasser in einem Glas zum Kochen bringt.

Blubbernd steigt das Wasser als unsichtbares Gas nach oben und tropft dort als Regen wieder runter. Auch Blitz, Donner, Wind und ganz viele verschiedene Wolken hat Ronald Eixmann als Bilder und Videos dabei. So erklärt er seinen Zuhörern im gut gefüllten Audimax die gesamte bunte Welt des Wetters in gerade mal 40 Minuten und erntet abschließend viel Applaus. „Dass die Sonne so viele Farben hat, hätte ich nicht gedacht“, verrät Amon (6). Sein Freund Jonathan interessierte sich eher für die Wolken: „Es war gut, dass der Professor uns gesagt hat, welche Wolken regnen — wir fahren nämlich im Sommer immer zum Segeln nach Hiddensee, und dann ist es gut, wenn man so etwas weiß“, sagt der Sechsjährige.

Auch Milan (7) und Henrike (6) sind begeistert und wiederholen wie im Wettstreit das neu erworbene Wissen. „Mein Papa hatte mir das schon vorher verraten, aber es war trotzdem spannend“, gesteht Henrike.

„Richtig toll“, meint Vanessa. Die Achtjährige hatte sich während der Vorlesung sogar Notizen gemacht. „Für den Hort und meine Eltern, denen erkläre ich das heute Abend.“ Einzig Konstantin übt ein wenig Kritik: „Es war gut, aber so richtig weiß ich noch nicht, wie ein schwarzer Himmel blau wird.“

(Text: Anne Kubik)

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