Feuer frei mit Harry Potter

Bei der Kinder-Uni am nächsten Mittwoch geht es ums Feuer: Wie entsteht es? Warum ist es hell? Und wie verschwindet es eigentlich wieder?

Kröpeliner-Tor-Vorstadt (OZ) - Noch ist Axel Schulz allein für seine Studenten da. Kommende Woche jedoch schwingt der Chemie-Professor als Harry Potter verkleidet den Zauberstab vor kleineren Zuhörern. Dann geht es in der Kinder-Uni um die Frage: Warum braucht Harry Potter keinen Feuerlöscher?
„Wenn ich abends meine Kinder ins Bett bringe, dann kommen die typischen W-Fragen“, erzählt der Wissenschaftler. „Zum Beispiel: Was ist Feuer?“ Doch wie erklärt man das einem Kind — und den meisten Erwachsenen? „Mit Show-Experimenten“, lautet die Antwort des Rostockers. Nicht nur, weil es anschaulicher ist.

Experimente machen neugierig. Erst recht, wenn sich Axel Schulz dafür in den Zauberlehrling aus Hogwarts verwandelt. „Es ist viel schwieriger, die Aufmerksamkeit von Kindern zu gewinnen“, gesteht der Professor. Tatkräftig an seiner Seite: Hermine Granger alias Hörsaal-Assistentin Jana Pittner.

Die ersten naturwissenschaftlichen Versuche unternahm Axel Schulz bereits als Kind — mit den heimischen Kochtöpfen. Wie sein Vater wollte auch er Chemiker werden. Ein riskantes Hobby? Nein. Denn auch wenn es bei Experimenten brodeln, zischen und knallen kann — gefährlich sind Chemikalien per se nicht. „Das ist alles eine Frage der Anwendung“, betont Axel Schulz.

Dass der Dozent heute nicht wie andere Fachkollegen neue Medikamente entwickelt oder im Management sitzt, das verdankt er seinem alten Professor. Als Diplomand in Berlin sollte er diesen einige Wochen lang vertreten. „Die Initialzündung“, sagt Schulz rückblickend. Heute ist er selbst Professor und betreut den Chemie-Nachwuchs. „Von einem Jahrgang bleiben etwa 40 Studenten übrig — da kann ich mir sogar die Namen merken“, sagt der 43-Jährige. Ganz ohne Zauberei.

Doch was würde der Chemie-Experte machen, wenn seine Zauberkräfte auch außerhalb des Hörsaals funktionieren würden? „Natürlich wäre es am schönsten, alle Waffen wegzuzaubern“, lautet seine spontane Antwort. Realistischer wäre es jedoch, ein wenig beim Thema Sonnenenergie nachzuhelfen: „Wenn man die Strahlen ganz einfach, wie in einer Flasche, einfangen und daraus dann jederzeit Energie schöpfen könnte — dann wären viele Probleme gelöst!“ Auch wenn Axel Schulz Naturwissenschaftler und kein Magier ist: „Zauberei hat viel mit Chemie zu tun und umgekehrt“, findet er. „Aber die eigentliche Magie der Chemie liegt darin, dass sie die Rätsel des Lebens erklärt.“ So will der Professor am Mittwoch auch die Fragen rund ums Feuer beantworten: Warum es uns wärmt, Räume erhellt und bald wieder in jedem Grill brennt, um leckeres Essen zu zaubern. Und wie man ein Feuer auch ohne „Hokus, Pokus, Verschwindibus“ löschen kann, das wird auch noch verraten.

(Text: Stefanie Schlemmer)

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