Nemo sucht Schutz bei Anemonen

Am Mittwoch geht es bei der Kinder-Uni um Lebensgemeinschaften im tropischen Meer

Kröpeliner-Tor-Vorstadt. Dass er Nemo heißt, wissen die meisten Kinder und Erwachsenen. Weniger bekannt ist, dass Nemo aus dem Film „Findet Nemo“ ein Falscher Clownfisch ist, und zu den Anemonenfischen gehört. Und noch weniger verbreitet ist, dass diese acht bis 15 Zentimeter kleinen schwimmenden Freunde eng mit Seeanemonen zusammenleben. Doch warum ist das so? Und gibt es noch mehr solcher erstaunlichen Partnerschaften, von denen einige auch im Zoo Rostock zu beobachten sind?

Am Mittwoch um 15 Uhr startet die letzte Vorlesung der Kinder-Uni Rostock vor der Sommerpause. „Wer findet Nemo? Von zauberhaften Wohn- und Lebensgemeinschaften im tropischen Meer“ lautet der Titel der Veranstaltung. Christin Mampe, eine Mitarbeiterin des Zoos, führt in das Thema ein. „Die Anemonen gehören zu den Nesseltieren, die sich mit dem Gift ihrer Nesselkapseln vor Fressfeinden schützen oder Beute lähmen“, erklärt sie. Die meisten Fische vertragen dieses Gift nicht, aber der Clownfisch, denn er verfügt über eine spezielle Anpassung. „Das ist für beide Seiten von großem Nutzen. Der Clownfisch sucht eine sichere Heimat vor seinen Feinden und holt sich dafür die Parasiten, die der Anemone zusetzen und versorgt das Nesseltier mit Nährstoffen, die über den Kot ausgeschieden werden.“ Ähnliche Partnerschaften gibt es zwischen anderen Fischen und Quallen, die ebenfalls über Nesselkapseln verfügen. Der Diademseeigel hat zwar nichts von dem Zusammenleben mit Zebrakardinalbarschen, fungiert aber dennoch als Body Guard des Barschnachwuchses. Die Baby-Barsche wachsen zwischen den Stacheln des Seeigels auf und sind auf diese Weise vor Räubern sicher – zu gefährlich sind die Stacheln des Seeigels, die sich schmerzhaft ins Fleisch bohren.

„Die Liste der Lebensgemeinschaften lässt sich wunderbar fortsetzen“, sagt Christin. „Das Spannende für Kinder“, erläutert sie, „ist die Erkenntnis, dass kaum ein Lebewesen, auch nicht Nemo, allein überleben kann.“ Alles ist miteinander vernetzt, auch wenn das meist nicht wahrgenommen wird. „Nehmen wir nur ein Teil, ein Lebewesen, aus der Natur heraus, hat das Folgen für alles andere.“

Christin wird während der Vorlesung von zwei Kolleginnen unterstützt. Es wird eine „Seeanemone“ geben. „Und es wird eine wunderschöne Meerjungfrau erscheinen.“ Außerdem bringt der Zoo Rostock Fischmodelle mit, tote Korallen sowie präparierte Tier.

(Text: Klaus Amberger, Foto: Zoo Rostock / Carina Braun)

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