Manchmal leuchten Wolken

Die letzte Kinder-Uni befasst sich mit den weißen Gebilden am Himmel

Kröpeliner-Tor-Vorstadt. Sie werden mit Schäfchen verglichen und sehen manchmal aus wie Wattebäusche: In der letzten Kinder-Uni-Vorlesung von OZ und Universität in diesem Semester beschäftigt sich Franz-Josef Lübken am Mittwoch um 15 Uhr mit den weißen Gebilden am Himmel. Dass sie auch genau dort – nämlich oben – bleiben, ist das Hauptthema seiner Veranstaltung: „Warum fallen Wolken nicht vom Himmel?“

„Regen tut es ja auch“, sagt Lübken und stellt klar, dass die Frage kein Quatsch ist, sondern etwas, was sich wissenschaftlich erklären lässt. Der 62-Jährige ist Professor für Atmosphärenphysik am gleichnamigen Leibniz-Institut in Kühlungsborn. Oft verlässt er für seine Arbeit den Schreibtisch und macht Experimente, um mehr über Wolken herauszufinden. Er verspricht: „Bei der Kinder-Uni werde ich einige spektakuläre Experimente vorführen.“ Aber zunächst einmal muss geklärt werden, wie Wolken überhaupt entstehen. Das passiert nämlich durch Übersättigung. Außerdem spielen zu viele Wassermoleküle in der Luft auch eine große Rolle, verrät der Professor vorab. Warum Wolken weiß und nicht blau sind wird er ebenso erklären, wie die Tatsache, dass Regentropfen vom Himmel fallen, die Wolken aber eben nicht.

Wer schon mal im Flugzeug geflogen ist, hat sich tatsächlich auch über den Wolken befunden, sie sehen dann quasi zum Greifen nah aus. „Das sind die normalen Wolken, die wir auch fast immer vom Boden sehen können. Sie befinden sich in der Troposphäre“, sagt Lübken. Troposphäre ist eine Schicht der Atmosphäre, und sie reicht bis etwa zehn Kilometer hoch. Aber: Wolken gibt es sogar in 80 Kilometern Entfernung. Die „leuchtenden Wolken“ nennt der Physiker sie. „Wir sehen sie nur im Sommer und dann auch nur zwei oder drei Mal pro Sommer.“

Nicht nur vom norddeutschen Boden aus beobachtet Franz-Josef Lübken diese Leuchtphänomene. „Wir fahren dazu als Forscher auch nach Nordnorwegen.“ Allerdings kann er selbst nicht in 80 Kilometer Höhe fliegen, um die leuchtenden Wolken genauer zu untersuchen. Das übernehmen Raketen, die mit Messinstrumenten ausgestattet sind. Für den Professor ist es dabei nicht nur spannend zu klären, warum diese Wolken dort in 80 Kilometern überhaupt existieren. „Wir wollen auch erforschen, ob sie tatsächlich ein Zeichen für den Klimawandel sind“, sagt er. Denn erstmals sollen Menschen sie um 1890 gesehen haben, daher liegt laut Lübken die Vermutung nahe, dass sie mit zunehmender Industrialisierung aufgekommen sind.

(Text: Ostseezeitung, Foto: IAP Kühlungsborn)

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