Mal streicheln? Königspython zu Gast im Hörsaal

Kinder-Uni: Der Zoochef reist bei der letzten Vorlesung des Semesters in der Zeit zurück.

Kröpeliner-Tor-Vorstadt(OZ) - Zur letzten Vorlesung der Kinder-Uni im Wintersemester 2012/2013 sind vor allem die vorderen Plätze im Audimax sehr begehrt und schnell belegt. Aus gutem Grund: Für das gemeinsame Projekt der Universität Rostock und der OSTSEE-ZEITUNG konnte Udo Nagel, Direktor des Rostocker Zoos, für die Veranstaltung gewonnen werden. Und wer weiß schon, wer es außer ihm noch aus dem Zoo in den Hörsaal geschafft hat?

Noch bevor es losgeht, wird Udo Nagel um Autogramme gebeten. Anschließend dreht sich 45 Minuten lang alles rund um die Frage „Was verbindet Dinosaurier mit Neandertalern?“ Doch kaum hat die Vorlesung begonnen, verkündet Udo Nagel auch schon die Lösung. „Die Antwort auf die Frage heute lautet: die Evolution.“ Die ersten Kinder wollen bereits wieder gehen, denn sie kennen die Antwort ja nun. Zum Glück überlegen sie es sich aber noch einmal und lassen sich einladen auf eine tolle Reise durch die Zeit. Denn wie hat das mit der Evolution eigentlich funktioniert?

Mit der Zeitmaschine geht es im Sauseschritt vom Urknall über die Zeit der Dinosaurier bis hin zu den Säugetieren. „Die Dinosaurier haben das Leben auf dieser Erde einmal beherrscht“, sagt Dozent Nagel. Wie groß die Tiere waren, die vor 250 Millionen Jahren lebten, demonstriert der Hüftknochen eines Apatosaurus. Selbst der Zoodirektor ist mit seinen 1,91 Metern kleiner als der Knochen. „Der Apatosaurus war unvorstellbar groß. Größer als dieser Hörsaal“, erklärt Udo Nagel. Der Kopf eines Tyrannosaurus Rex kann schon ein bisschen Angst machen. Das große Maul mit den scharfen Zähnen lässt alle die Luft anhalten. Der ein oder andere Schüler traut sich trotzdem mal anzufassen. „Die sind ja gar nicht so scharf, wie ich dachte“, kommt prompt die Reaktion. Es handelt sich auch nur um eine nachgemachte Plastik. „Sie hatten aber sehr scharfe Zähne“, weiß Nagel. Als vor 70 Millionen Jahren ein Meteorit auf die Erde einschlug, starben die Dinosaurier aus.

Vor rund fünf Millionen Jahren lebten auf der Erde die Primaten, aus denen sich später auch die Menschen und Menschenartigen entwickelten. Vergleiche mit Handabdrücken von Gorillas, Orang- Utans und Schimpansen zeigen, dass nicht nur die Finger des Menschen bedeutend sind, sondern vor allem der Daumen. „Der menschliche Daumen ist opponierend“, erklärt Nagel. Das heißt, dass der Daumen den Fingern gegenübergestellt werden kann. So kann er greifen.

Für den Höhepunkt der letzten Semestervorlesung erntet der Gastdozent „Ih“-Rufe von den Kindern. Als er nämlich seine Begleitung aus einem Sack zieht: eine Schlange. Ein kleiner Königspython namens Valentin spaltet die Zuhörerschaft in zwei Lager. Einige hält es vor Neugier nicht auf ihren Plätzen, andere suchen lieber das Weite. „Diese Art von Schlangen lebt in Zentralafrika. Sie sind lieb und nett, aber nicht böse“, erklärt Udo Nagel. Nach kurzer Zeit sind Zoobewohner und -direktor von Kindern umringt, die mal eine richtige Schlange streicheln möchten. Begeisterung in allen Gesichtern.

Bis zum nächsten Semester!

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