Knochenschau zur letzten Kinder-Uni

Am Mittwoch laden OSTSEE-ZEITUNG und Universität zur Abschluss-Vorlesung im Semester ein. Thema: die Finger.

Kröpeliner-Tor-Vorstadt(OZ) - Dass der Hörsaal schon eine Viertelstunde vor Beginn der Vorlesung ratzevoll ist, erleben Professoren nicht alle Tage. Dass junge Nachwuchswissenschaftler mit großen Augen vor ihnen sitzen und darauf warten, ihre Fragen loszuwerden, ebenfalls nicht. Und dass diese nach Unterrichtsschluss „Super“ schreien, das ist ihnen auch neu. Für Anatomieprofessor Andreas Wree wird aber all das in wenigen Tagen Wirklichkeit. Am Mittwoch präsentieren die OSTSEE-ZEITUNG und die Universität Rostock die letzte Kinder-Uni im laufenden Sommersemester. Sie findet im Audimax an der Ulmenstraße statt. Dort wollen die Sechs-bis Zwölfjährigen Antworten finden auf die Frage: Wie funktionieren unsere Finger? Und einmal mehr werden sie geballtes Interesse zeigen, wenn es darum geht, die PisaStudie Lügen zu strafen.
 
Die Rasselbande steht bereits in den Startlöchern, und auch der Professor ist gut vorbereitet. „Mich kann nichts erschüttern“, sagt Wree. Nicht mal eine Horde wissbegieriger Knirpse. Als Vater von sechs Kindern — die drei Mädchen und drei Jungen sind mittlerweile aber den Kinderschuhen entstiegen — bestehen daran wenige Zweifel. Wree scheint prädestiniert, den Wissensdurst der Jungstudenten schnell stillen zu können. „Ich werde die unterschiedlichen Funktionen der Finger erklären. Und zeigen, welche Aufgaben die einzelnen Knochen und Muskeln übernehmen“, kündigt der 60-Jährige an.

Anatomische Zeichnungen wolle er mitbringen. Dazu ein Holzmodell, bei dem Seile die Bänder und Sehnen der Hände imitieren. Auch eine Assistentin hat er dabei. Beim internen Casting am Institut für Anatomie hat die junge Medizinstudentin Rose Seiberth (22) das Rennen gemacht. „Ihre Hände eignen sich ausgezeichnet zur Veranschaulichung“, sagt Wree. Weil man die feinen Glieder so gut erkennen könne. An denen will der Dozent weit mehr demonstrieren als nur die schnöde Wissenschaft.

Große Freude wird es vermutlich geben, sobald Wree erklärt, was mit den Fingern passiert, wenn man in der Nase bohrt. Und warum die ganze Hand dabei so wichtig ist. Anstiften will er die Kinder dazu jedoch nicht. Doch dass sie mitmachen und sich am Unterricht aktiv beteiligen, das wünscht sich der Mediziner gleichwohl. „Das Tolle ist, dass wir nicht über verborgene Organe sprechen, sondern über einen sichtbaren Teil des Körpers“, erzählt der gebürtige Schleswig-Holsteiner.

Ist die Lehrstunde dann vorbei, erwartet die Kinder auf dem Uni-Campus das traditionelle Semesterabschluss-Fest mit Sportshow, Tombola und einer spektakulären Hubschrauberlandung. „Der Rettungshelikopter ist das Highlight. Die Kleinen bekommen die Gelegenheit, sich alles anzusehen“, verspricht die Kinder-Uni-Organisatorin Wiebke Loseries.

Hubschrauber landet beim Semester-Abschlussfest
Im Anschluss an die Vorlesung „Wie funktionieren unsere Finger?“ lädt die Universität Rostock zum Kinder-Uni-Fest auf den Campus an der Ulmenstraße ein. Ab 15.45 Uhr können dort alle einen erlebnisreichen Nachmittag verbringen.

Das Programm verspricht Vielfalt. So sind eine Sportshow, Musik von „Les Bummms Boys“ und eine Tombola geplant. Höhepunkt ist die Landung eines Rettungshubschraubers, den die Nachwuchsstudenten nach Unterrichtsschluss besichtigen können.



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