Kinder-Uni: Mit Pinguinen ins neue Semester

Zwei Dozenten aus dem Vogelpark Marlow erzählen über die „Frackträger“.

Kröpeliner-Tor-Vorstadt – Mit vielen weichen Federn zum Anfassen, interessanten Bildern, lebensgroßen Pinguin-Figuren und reichlich Informationen über die flugunfähigen Vögel starteten Anja Walther und Daniela Busch aus dem Vogelpark Marlow gestern das neue Wintersemester der Kinder-Uni, eine Aktion von OSTSEE-ZEITUNG und Universität Rostock. „Pinguine – Die lustigen Frackträger aus dem Eis?“ lautete das Motto“.

„Sind Pinguine überhaupt Vögel?“, fragt Walther. Schließlich können sie nicht fliegen. Die Biologin bejaht. „Pinguine haben die wichtigsten Eigenschaften von Vögeln: einen Schnabel, Federn und Flügel“, erklärt sie. Und dass sie nicht fliegen können, das stimme auch nicht so ganz, erklärt die Biologin und sorgt damit für viele verdutzte Gesichter. Als sie eine Unterwasseraufnahme von einem dahingleitenden Pinguin zeigt, verstehen die Junior-Studenten. „Pinguine fliegen nicht in der Luft, sondern unter Wasser“, sagt Walther. „Aber was glaubt ihr, wie lange können Pinguine denn die Luft unter Wasser anhalten?“ fragt die Biologin dann. Fünf Minuten, zehn Minuten, eine halbe Stunde, raten die Kindern. „Da liegt ihr alle gar nicht so falsch“, sagt Anja Walther und erklärt, dass die meisten Pinguine oft nur drei Minuten tauchen müssen. „Die großen Kaiserpinguine können aber sogar 20 Minuten die Luft anhalten und bis zu 520 Meter tief tauchen“, verrät sie und die kleinen Hörsaalgäste staunen. Auch mit der Vorstellung, dass Pinguine ins Kalte gehören, räumt das Biologen-Duo auf. Daniela Busch zeigt den Kindern, dass einige der 17 Arten sogar in der Wüste leben. „Tatsächlich leben sogar mehr Arten in wärmeren Gebieten als in kalten“, erzählt Busch.

Die großen Kaiserpinguine sind jedoch in der kalten Antarktis beheimatet und wandern jedes Jahr mehr als 100 Kilometer bis zu ihren Brutgebieten. „Kaiserpinguine bekommen immer nur ein Ei“, erklärt Walther. Umso wichtiger sei es, dass das Ei geschützt wird. „Das Ei darf den Boden nicht berühren, sonst würde es erfrieren. Deshalb behalten die Pinguine es auf ihren Füßen.“ Wie schwierig es ist, wenn
Mama- und Papa-Pinguin das Ei dann von einem zum anderen übergeben, das müssen die kleinen Studenten einmal ausprobieren. Johann und Isabell stellen sich zur Verfügung und siehe da, es klappt! Einfach war es nicht. „Bei den Pinguinen klappt das auch nicht immer. Etwa jeder vierte Versuch geht schief“, sagt Walther. Wenn das Ei dies unbeschadet übersteht, schlüpfen nach 65 Tagen Küken. Ein großes „Ooah“ raunt durch den Hörsaal, als die Biologin ein Foto von den süßen Küken zeigt.

 

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Beim Quiz mit Anja Walther durften die Kinder zeigen, was sie gelernt haben. Richtige Antworten wurden mit Federn belohnt. Fotos (2): Thomas Ulrich


Die Kinder-Reporterin der OZ berichtet

Bei jeder Kinder-Uni darf auch ein Kind über das Erlebte berichten. Diesmal übernimmt Alina Berg (10) von der Evangelischen Grundschule Kavelstorf diese Aufgabe: „Pinguine sind Vögel, die nicht fliegen können. Es gibt aber keine anderen Vögel, die unter Wasser länger tauchen und länger schwimmen können. Es gibt 17 Pinguinarten. Die Brillenpinguine leben in Südafrika, obwohl sie keine Schweißdrüsen haben und nicht schwitzen können. Kaiserpinguine legen immer nur ein Ei. Sie brauchen 65 Tage zum Ausbrüten.“

 

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Kinder-Reporterin Alina Berg (10) erfuhr vieles über Pinguine.







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