Kinder-Uni: Besuch bei einem musikalischen Genie

Markus Johannes Langer spricht am 29. Mai über Johann Sebastian Bach und bringt sogar einen Kinderchor mit.

Hansaviertel. Er gehört zu den wichtigsten Komponisten in der Geschichte der Musik, bis heute erklingen seine Kompositionen in Kirchen und Konzertsälen: Johann Sebastian Bach gilt als einer der bekanntesten und bedeutendsten Musiker überhaupt. Was ihn so besonders macht, erklärt Professor Markus Johannes Langer in der nächsten Vorlesung der Kinder-Uni. Am 29. Mai findet die Veranstaltung von Universität und OSTSEE-ZEITUNG um 15 Uhr auf dem Ulmencampus statt. Und dieses Mal dreht sich alles um die Musik und ein Genie.

Die Kinder-Uni hat einen ganz besonderen Dozenten eingeladen, um über Johann Sebastian Bach zu sprechen: Professor Markus Johannes Langer leitet seit 2000 an der St.-Johannis-Kirche in Rostock eine der größten Kantoreien Norddeutschlands. Langer studierte schon vor dem Abitur an der Münchner Musikhochschule das Hauptfach Orgel. Hinzu kamen das Studium der Evangelischen Kirchenmusik sowie das Aufbaustudium im Hauptfach Chordirigieren, das er mit der Auszeichnung „Meisterklassendiplom“ abschloss. Es ist dem Kantor und Organisten eine Herzensangelegenheit, über Johann Sebastian Bach zu referieren. „Er ist einer der wichtigsten Komponisten unserer Geschichte“, sagt der 47-Jährige. In seiner Vorlesung werde er aus dem Leben des Komponisten erzählen. „Bach kam aus einer Musikerfamilie, in seinem Elternhaus wurde viel musiziert“, setzt Langer an und ergänzt: „Allein das Familienleben der Bachs ist spannend, gerade für Kinder.“ So soll Johann Sebastian Bach schon als Kind heimlich Noten aus dem Schrank seines Bruders genommen haben, um sie zu studieren und abzuschreiben. Die Eltern von dem jungen musikalischen Talent starben, als Bach nur zehn Jahre alt war.

Bei der Kinder-Uni soll es aber nicht nur um die Biografie des großen Musikers gehen, sondern auch darum, gemeinsam zu singen. Deshalb bringt Markus Johannes Langer die Kinderchöre der St.-Johannis-Kirche, in denen unter seiner Leitung über 100 Kinder von sechs bis zwölf Jahren singen, mit. „Ich möchte mit allen Kindern im Auditorium singen“, kündigt der Dozent an. Dabei werde er Stücke von Bach vorstellen und so den Nachwuchsstudenten das Werk des Komponisten näherbringen. „Als Organist spielt man Bach rauf und runter. Es sollte ein Pflichtthema an unseren Schulen werden. Das möchte ich unterstützen und schon bei den Kleinen anfangen“, erklärt Langer. Der Honorarprofessor bedauere, dass es in MV immer weniger Musikunterricht gebe. „Zwischendurch wurde Johann Sebastian Bach sogar vom Lehrplan gestrichen“, erklärt er. „Da muss man gegenwirken.“ Und schließlich kenne jeder einige der berühmten Bach-Melodien. „Nur weiß nicht jeder, von wem sie sind.“

Fast 270 Jahre ist Johann Sebastian Bach nun schon tot. Wie sehr das barocke Musikgenie aber bis heute geschätzt und gefeiert wird, zeigte das diesjährige Bachfest. 15 000 Besucher lockte es in 80 Veranstaltungen des Festivals. Eingebettet in das Doppeljubiläum „800 Jahre Hansestadt Rostock“ und „600 Jahre Universität Rostock“ fand das Bachfest unter Schirmherrschaft der Ministerpräsidentin Manuela Schwesig vom 10. bis 19. Mai in Rostock statt. Und auch für Ludwig van Beethoven blieben der große Barockmeister und dessen unerschöpflicher Einfallsreichtum nicht unentdeckt. Er sagte über ihn: „Nicht Bach, sondern Meer sollte er heißen.“

(Text: Lea-Marie Kenzler, Foto: Ove Arscholl)

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