Heißer Start ins Semester: Kinder-Uni erforscht das Feuer

Viel Qualm gab es gestern beim Semesterauftakt der Kinder-Uni im Audimax. Angst haben musste aber niemand: Die Feuerwehr war mit zwei Autos dabei.

Kröpeliner-Tor-Vorstadt
- So brenzlig war es bei der Kinder-Uni noch nie. Das neue Semester startet gestern Nachmittag mit dickem Qualm im Audimax. Rund 300 Kinder recken die Hälse. Aufgeregtes Gemurmel. Doch da kommen schon die ersten Feuerwehrleute auf Knien in den Hörsaal gerutscht. Die Verstärkung rückt mit Schläuchen und Scheinwerfern nach – und nach wenigen Minuten ist die Gefahr gebannt. Das ist schon mal einen ordentlichen Applaus wert, beziehungsweise ein lautes Klopfen auf allen Tischen.

Schließlich hatten die Kinder das erst wenige Minuten vorher vom wichtigsten Mann der Universität gelernt. Rektor Wolfgang Schareck hatte die jüngsten Nachwuchs-Studenten begrüßt und gleich ein paar wichtige Regeln mitgebracht. Klopfen statt Klatschen. „Und wenn euch was nicht gefällt, könnt ihr mit den Füßen scharen“, verriet er.
Das musste gestern aber niemand. Denn die Feuer-Experten hatten jede Menge spannende Antworten auf die Frage „Warum brennt ein Feuer?“ parat. „Was wird alles ge- braucht?“, fragt Silke Pietreck vom Brandschutzrettungsamt. Wenn
ein ganzer Hörsaal voller Studenten mitdenkt, sind die Antworten schnell gesammelt: Brennstoff, Wärme und Sauerstoff.

„Sauerstoff?“, hakt Silke Pietreck nach. „Wo versteckt der sich denn?“ „In der Luft!“, schallt es prompt zurück. Danach muss also nicht lange gesucht werden. Das Problem ist, „dass wir den Sauerstoff auch brauchen“, erklärt Pietreck. „Und bei einem Brand nimmt das Feuer uns den Sauerstoff weg.“ Wie schnell das geht, zeigt ein Experiment. Gläser über Kerzen – und nach kurzer Zeit sind alle Flammen aus.

Deshalb lautet die erste Regel: Wenn es brennt, schnell rausrennen. Und „Nase runter“, sagt Silke Pietreck. Denn oben zieht der giftige Rauch zuerst lang – das ist im Glaskasten gut zu sehen. Während das stehende Playmobil-Männchen schon in schwarzen Schwaden steht, ist unten die Luft noch rein. Die nächste Regel hat Puppe Mathilde an der Hand von Petra Blum sogar in einem Gedicht verpackt: „Selber löschen ist zu schwer.“ Und worauf reimt sich das? Natürlich auf die Feuerwehr.

Wie schwer ein solcher Einsatz wirklich ist, beweist allein schon die Jacke von Feuerwehrmann Brian Lehmkuhl. Mehrere Kinder schlüpfen probeweise rein – und sehr erleichtert wieder raus. Dass Feuer zu machen aber auch nicht
immer ganz leicht ist, zeigt das letzte Experiment im Freien. Erst nach einer Viertelstunde brennt das Fett im Topf auf dem Grill. Und Feuerwehrmann Carsten Wegner kann vorführen, was passiert, wenn er mit Wasser löscht. Meterhohe Stichflammen. Lautes Gejohle zeigt: Diese Lektion hat gesessen – und darf auch wieder beklatscht werden.

 

Kinderreporter Luois: "Das war die beste Kinder-Uni"

Zur Kinder-Uni gehört von Anfang an auch die OSTSEE-ZEITUNG. In diesem Semester darf von jeder Vorlesung auch ein Kinderreporter berichten. Diesmal hat Louis Kohlmann (8) aus Lütten Klein seine Erlebnisse aufgeschrieben:
„Die Feuerwehr demonstriert uns einen Feuerlöscher. Und sie kommt mit Ausüstung hinein. Die Leute waren begeistert. Sie kommt mit Feuerwehrschläuchen und Lampe. Dann wurde ein Experiment gemacht. Der Junge heißt Tom Ole, er hilft. Drei Kerzen wurden angezündet. Sie wurden in ein Glas gesteckt, das Feuer ging aus. Es verbrennt ein Tannenbaum, der Rauch hat sich ausgebreitet. Im Notfall die Feuerwehr rufen, 112. Der giftige Rauch wird demonstriert. Er geht nach oben. Die Feuerwehr ist da, ein Junge und ein Mädchen. Es wird einem Feuerwehrmann die Ausrüstung ausgezogen. Er hat die Axt immer dabei. Ein Kind darf den Feuerwehrhelm aufsetzen. Der Junge darf eine Feuerwehrjacke anziehen. Ein Opa darf die Jacke auch anziehen. Ich war schon acht Mal bei der Kinder-Uni. Das war die beste. Am dollsten hat mich das Video mit dem Tannenbaum begeistert, und als der Feuerwehrmann mit dem Handscheinwerfer reinkam.“

 

(Text: Anne Kobarg)

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