Ein Hörsaal voller Bücherwürmer

Wie entsteht ein Buch? 350 kleine Leseratten wissen jetzt Bescheid.

Kröpeliner-Tor-Vorstadt - „Wer von Euch liest denn Bücher?“ fragte Conny Ledwig vom Rostocker Hinstorff-Verlag. „Ich“ riefen die 350 Kinder im großen Hörsaal in der Ulmenstraße unisono und reckten ihre Arme nach oben. Aber wie werden Bücher gemacht? Wozu gibt es einen Lektor? Welche Aufgaben erfüllt ein Illustrator? Und woher weiß man, wenn es ein neues Buch im Laden zu kaufen gibt? Drei Angestellte des Hinstorff-Verlages gaben gestern bei der Kinder-Uni Auskunft zu diesen Fragen.

Zuerst einmal braucht man einen Autor. Der schreibt eine Geschichte, die der Lektor liest. Beim Hinstorff-Verlag ist das Thomas Gallien. „Was tippt ihr, wie viele Geschichten muss ich am Tag lesen?“, ließ er die Kinder schätzen. Es seien drei pro Tag, klärte er die Bücherwürmer auf. Das macht 1000 Geschichten im Jahr! Aber davon sind nur ganz wenige so gut, dass er meint, man könne daraus ein Buch machen.

Wenn der Thomas eine besonders spannende, unterhaltsame und vielleicht auch traurige Geschichte für so gut befindet, dass der Verlag ein Buch daraus machen soll, dann überarbeitet er das Manuskript. Er schaut nach Rechtschreibfehlern. Was das heißt, durften die Kinder selbst ausprobieren. Auf einer Leinwand im Hörsaal stand der Satz „Alle Leerer sind nett“. „Was ist daran falsch“, fragte Gallien und bekam prompt von einem kleinen Zuhörer die Antwort: „Die sind nicht nett.“ Am Ende haben die Kinder aber doch verstanden, was der Lektor meinte. Danach bekommt ein Illustrator die Aufgabe, ein paar hübsche Bilder zu malen, die zu der Geschichte passen. Nun stellt sich die Frage: Soll es ein großes, dickes oder ein kleines, dünnes Buch werden? Die Kinder im Hörsaal waren sich einig: „Groß“ riefen sie. Am liebsten mit „unendlich“ vielen Seiten, wie einige der Mini-Studenten forderten.

Die Bilder werden von einer sogenannten Setzerin zusammen mit dem Text in ein Computer-Programm geladen. Sylvia Raschke erklärte den Kindern, wie diese Elemente auf den Buchseiten angeordnet werden. Wenn die dann fertig sind und alle im Verlag finden, dass sie gut sind, kommen sie zur Druckerei. Eine Druckmaschine ist übrigens nicht nur so groß wie ein Lkw, sie kostet auch noch mindestens zehnmal so viel.

Ist das Buch fertig, kommt es ins Geschäft. Conny Ledwig, zuständig für die Presse beim Hinstorff-Verlag, sorgt dafür, dass in Zeitungen über das Buch berichtet wird. So erfahren die Menschen, was es Neues im Bücherregal gibt.

 

Vanessa durfte hinter die Kamera

Bald hat sie Geburtstag. Die fast zehnjährige Vanessa Jendroczek hat aber schon bei der gestrigen Vorlesung der Kinder-Uni ein kleines Geschenk bekommen: Sie durfte während der Vorlesung Kameramann Wolfgang Rossmanek vom Medien-Zentrum unterstützen und die Bilder filmen, die auf der großen Leinwand zu sehen waren.

Tip:

Wer die Geheimnisse der Uni-Bibliothek kennen lernen möchte, kann sich auf der Internetseite www.kinderuni-rostock.de für eine Führung anmelden.

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