Die Kleinen und das große Geld

Bei der Kinder-Uni erklärt Professorin Susanne Homölle den jungen „Studenten“ die Welt der Finanzen

Kröpeliner-Tor-Vorstadt. Wie kommt die superreiche Ente Dagobert Duck zu ihrem ganzen Geld? Wie viel ist eine Million? Diese Fragen hat Professor Susanne Homölle gestern bei der Rostocker Kinder-Uni beantwortet. Die Vorlesung steht unter dem Motto „Ich wär’ so gerne Millionär – Wie funktioniert das mit dem Geld?“. Mit einer Geschichte, viel Anschauungsmaterial und einem Film bringt die 48-Jährige dem jungen Publikum das Thema näher.

„Lasst uns doch zuerst einmal schauen, wie Geld eigentlich aussieht“, sagt die Dozentin und fordert die Kinder auf, Scheine und Münzen aus ihren Taschen zu holen. Vorn am Podest hält ein Mitarbeiter die genannten Euro-Scheine und Münzen in die Kamera. „Was ist auf dem Schein zu sehen?“ Die Antwort kommt aus den hinteren Reihen: „Eine Zahl und ein Tor.“ – „Richtig. Und man sieht eine Karte von Europa.“

Dass sie auch Zahlungsmittel aus anderen Ländern kennen, bewiesen die Kinder in einer Fragerunde: „In Dänemark gibt es Kronen“, weiß ein Junge im Saal. „Und in Polen bezahlt man mit Zloty“, antwortet ein Mädchen. „Genau, und das alles ist Bargeld“, ergänzt Susanne Homölle. Aber es gibt auch Buchgeld. Diesen Begriff haben die Kinder noch nicht gehört. Die Dozentin erklärt ruhig, was es mit Konto, Sparbuch und EC-Karte auf sich hat.

„Das mit dem Buchgeld fand ich spannend“, sagt Hanne. Die Neunjährige hat viel dazugelernt. Auch Finn ist jetzt klüger: „Wie das früher mit dem Geld war, habe ich vorher nicht gewusst.“ Bevor die Menschen mit Münzen und Scheinen bezahlten, machten sie Tauschgeschäfte. „Der Bäcker backte Brot und bekam dafür zum Beispiel ein paar Schuhe von einem Schuhmacher“, erklärt Susanne Homölle, die einen Lehrstuhl am Institut für Betriebswirtschaftslehre innehat. Dem achtjährigen Finn hat aber eine Sache noch besser gefallen: „Das, was die Schauspieler aufgeführt haben.“

Die Studenten Anja Förster und Christian Finger spielen „Emma und Ben“. Als Kinder tauschen sie ein Barbie-Puppen-Pferd gegen zehn Euro. Anschließend beraten sie, ob Ben das gesamte Geld für ein Spielzeugauto ausgeben oder einen Teil sparen soll. „Jetzt wissen wir, dass man Bargeld aufbewahren oder gegen etwas anderes eintauschen kann. Und es zeigt uns, wie viel eine Sache wert ist“, resümiert Susanne Homölle. Immer wieder bindet die Professorin die Kinder aktiv ein. „Aber woher kommt unser Geld? Dazu zeige ich euch einen Film, und ihr müsst gut aufpassen.“

Im „Geldkreislauf“ werden die Zusammenhänge von Lohn und Wirtschaft anschaulich dargestellt. Die Eltern bekommen ihr Gehalt und geben ihren Kindern Taschengeld. Die wiederum sparen es zunächst und kaufen sich dann etwas. Das Geld nutzt der Händler wieder, um Ware zu kaufen. Das sichert am Ende Arbeitsplätze und damit den Lohn der Eltern.

„Wisst ihr noch, wie die Kinder in dem Film hießen und was sich der Junge gekauft hat?“, fragt Susanne Homölle. „Der hieß Paul, und er hat ein Handy bezahlt“, ruft ein Kind. „Und das Mädchen war Julia“, schallt es aus einer anderen Ecke im Saal. Gemeinsam mit den Kindern geht die 48-Jährige den Film Punkt für Punkt durch und erklärt den Kreislauf an einem Tafelbild.

„Das war für mich das Spannendste heute“, sagt Leni im Anschluss. Die Rostockerin hat schon mehrere Vorlesungen der Kinder-Uni besucht. „Ich habe dadurch gelernt, dass Geld nicht einfach verschwindet“, sagt der neunjährige Konstantin aus Güstrow. Ein paar Dinge habe er schon vorher gewusst. „Aber den Kreislauf kannte ich nicht.“

Zum Abschluss bringt die Professorin ihr Publikum zum Staunen: „Wisst ihr, wie viel eine Million Euro ist? Wenn man Ein-Euro-Stücke aneinanderreihte, würde es von hier bis zum Rathaus reichen.“ Die Kinder sind begeistert und die Dozentin zufrieden. „Das Konzept ist aufgegangen, und bei den Studenten sind Geschichte und Film gut angekommen.“

(Text: Manuela Wilk, Fotos: Ove Ascholl)

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