Auf der Spur lautloser Nachtschwärmer

Kinder-Uni im Audimax: Antje Seebens und Uwe Hermanns erklären jungen Zuhörern die faszinierende Welt der Fledermäuse.

Kröpeliner-Tor-Vorstadt – Behutsam streichelt Philipp die kleine Fledermaus in seiner Hand. Der Zehnjährige ist fasziniert. „Ich mag Fledermäuse, weil sie lautlos fliegen können“, sagt er. Interessiert bestaunt er das Tierpräparat und zeigt es seiner Schwester Charlotte (4). „Das ist ein braunes Langohr“, erklärt Uwe Hermanns (54). Er und seine Kollegin Antje Seebens (34) sind Mitglieder des Nabu und Experten für die kleinen Flieger. In deren faszinierende Welt haben sie gestern die Teilnehmer der Kinder-Uni, einer Veranstaltung der Universität und der OSTSEE-ZEITUNG, mitgenommen.

„Die Fledermaus ist das einzige Säugetier, das aktiv fliegen kann. Über tausend verschiedene Arten gibt es auf der Welt“, erklärt Antje Seebens. „Aber Batman ist keine davon“, fügt sie lachend hinzu. Wohl aber der große Abendsegler. Der ist ein wahres Flugtalent. Er kann bis zu 60 Kilometer pro Stunde schnell fliegen. Mit kurioser Optik und Lauschern Marke XXL bringt hingegen das braune Langohr die Kinder zum Staunen. „Bezogen auf die Körpergröße ist das so, als ob ich zwei Meter lange Ohren hätte“, verdeutlicht Antje Seebens. Kein Beutetier ist vor seinem Lauschangriff sicher.

Ob knalloranges Fell oder skurrile Nasenaufsätze – die Bilder und Präparate verschiedenster Fledermäuse begeistern die Kinder. Dass sie bereits kleine Experten für die nachtaktiven Tiere sind, stellen sie sogleich unter Beweis. „Womit fliegen denn die Fledermäuse?“, fragt Seebens in die Runde. Ihr Publikum kennt sich aus. „Das sind ihre Hände und Finger, die sind zu Flügeln umgewandelt.“ Wie zum Beweis recken die Kinder ihre Hände in die Luft, vergleichen sie mit den Flügeln der Fledermäuse.

Wie Fledermäuse kommunizieren und sich orientieren, zeigen Seebens und Hermanns mit einem Batdetektor. Das Gerät macht die Echo-Ortung hörbar. Ohne ihn sind die Laute für das menschliche Gehör nicht wahrnehmbar. Die Kinder lauschen gebannt. Klick-klick-klick-klick – der Detektor klackert schnell und laut. „Cool“, staunen die Kinder.

Die Nachtschwärmer beeindrucken auch mit sportlicher Spitzenleistung. „Bis zu 2000 Kilometer legen sie von ihrem Sommer- in ihr Winterquartier zurück“, erläutert Uwe Hermanns. Sie überwintern in Kellern, Baumhöhlen oder Bunkeranlagen. Das gelingt mit einem Trick: „Ihr Herz schlägt dann nur ein Mal pro Minute“, so der Experte. Nur so könne der Kreislauf heruntergefahren werden und die Fledermäuse mit ihren Fettreserven überleben. Fakten wie diese erstaunen die Kinder. Auch Philipp ist begeistert. Der unscheinbare, kleine Nachtschwärmer ist noch spannender, als er gedacht hätte.

Rasantes Fest krönt Sommersemester

Die Kinder-Uni entlässt ihre wissbegierigen Nachwuchsstudenten in die Semesterferien. Nach dem Sommer geht es weiter – mit spannenden Experimenten, interessanten Themen und ganz viel Wissen. Vorher stand gestern Feiern auf dem Lehrplan – beim Sommerfest vor dem Audimax. Ob bei rasanten Runden im Go-Kart, beim ausgelassenen Herumtollen auf der Hüpfburg oder an den Experimentestationen – die Kinder waren kaum zu bremsen. Zum Abschluss des Sommersemesters zeigte sich zudem, dass sich Wissensdurst durchaus lohnt: Bei einer Tombola wurden unter den Kinder-Uni-Teilnehmern Preise verlost.

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